Park von Putbus auf der Insel Rügen

1371
Erste urkundliche Erwähnung als Steinhaus.

1584 – 1594
Errichtung des Südwestflügels durch den Herrn Ludwig zu Putbus

1600
Umbau in eine dreiflügelige Schlossanlage im Stil der Renaissance

1725 – 1772
Veränderungen im Barockstil durch die Grafen Moritz Ulrich umd Malte Friedrich zu Putbus

1827 – 1832
Fürst Wilhelm Malte zu Putbus veranlasst die Schlossumgestaltung im klassizistischen Stil nach Plänen des Berliner Architekten J.G. Steinmeyer

1865
Brand des gesamten Schlosses

1867 – 1872
Fürst Wilhelm zu Putbus lässt das Bauwerk im neoklassizistischen Stil nach Entwürfen des Architekten J. Pavelt wiederaufbauen.

1952 – 1956
Umgestaltung des Schlosses nach klassizistischem Vorbild (unvollendet, Öffnung des Mitteltraktes).

1957
Beschluss zum Abriss des Schlosses zu Putbus aus ideologischen und finanziellen Gründen.

1960 – 1964
Sprengungen und Abbrucharbeiten, Planierung des Schlossplatzes

Schloss Putbus auf Rügen

1725-1730 ließ Graf Moritz Ulrich zu Putbus vor der Hauptfassade des Putbusser Schlosses einen Lustgarten im französischen Stil anlegen. Gleichzeitig wurde der östliche Wallgraben mit einer niedrigen Mauer und einem Durchgang zum Hauptportal versehen. Auf der Anhöhe der heutigen Orangerie legte man einen in Terrassen gestaffelten Weinberg an. Auf dessen Gipfel wurde ein Belvedere aus Holz mit zwei Irrgärten errichtet. Im Parkteil zwischen Schloss und Markt befand sich in einem kleinen Wiesental die Wusternitz, ein Wäldchen mit natürlichem Baumbewuchs, einer Grotte und Bächen.

Unter Fürst Wilhelm Malte I. zu Putbus wurden 1804/05 die schon verfallenen Terrassen des Weinberges zu einem sanften Hügel abgetragen und ein Teil der Wusternitz zum Park umgestaltet. Bis etwa 1825 erhielt der bisherige Schlossgarten ungefähr seine heutige Gestalt eines englischen Landschaftsparks. Die Kunstgärtner Jochen Christoph Halliger und Christian Friedrich Halliger wirkten maßgeblich an der Gestaltung der klassizistischen Putbusser Parkanlage mit. Mit Peter Joseph Lenné mag der Fürst zumindest persönlich Bekanntschaft geschlossen haben.

Von dem am damaligen Ostende des Parks gelegenen Platanenplatz ließ Fürst Wilhelm Malte zu Putbus um 1820 eine gerade Allee zu dem neu entstandenen Friedrich-Wilhelmsbad in der Goor anlegen und das Parktor mit zwei bronzenen Fechterfiguren von Mencken schmücken.

Ihr Baum im Schlosspark von Putbus

Eine Aktion des Fördervereins Residenz- und Rosenstadt Putbus e. V.

Der schöne Brauch des Baumspendens wird auch heute noch aus vielen Gründen gerne gepflegt:
Ein unvergessliches Erlebnis, ein freudiger Anlass, eine dankbare Geste – ein junger Baum ist ein wachsendes Symbol der Hoffnung.

Leisten auch Sie einen wichtigen Beitrag zum Erhalt und zur Erneuerung des Baumbestandes in unserem Schlosspark in Putbus.

Baumpatenschaft

Ab einer Spende von 350 EUR kann eine Baumpatenschaft für eine Neupflanzung begründet werden.

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Die Schlosskirche

Die Orangerie

Das fürstliche Gärtnerhaus

Der Marstall

Das Fasanenhaus

Das Affenhaus

Die Schlossausstellung

Das verschwundene Schloss

Die Schlosskirche

Die aus dem Kursalon im Schlosspark umgebaute Kirche wurde ab Ende des 19. Jahrhunderts als Putbusser Ortskirche genutzt.

1817 – 1818
Errichtung eines Speise- und Gesellschaftssalons für Badegäste durch Fürst Wilhelm Malte I. zu Putbus (1783 – 1854)

1840
wird Putbus zu einer selbstständigen Pfarre erhoben und damit vom Kirchspiel Vilmnitz getrennt. Gottesdienste werden in der 1839 fertig gestellten Kapelle im fürstlichen Schloss abgehalten.

1844 – 1846
Abbruch des alten Salons und Errichtung eines neuen Kursalons mit Tanz- und Spielsälen, Wirtschaftsräumen und Konditorei. Die Ausführung basiert auf einem Entwurf des Königlichen Oberbaurates Friedrich August Stüler (1800 – 1865) und des Architekten Johann Gottfried Steinmeyer (1780 – 1851).

1891 – 1892
Umbau des Kursalons zur Kirche durch Fürst Wilhelm zu Putbus (1833 – 1907). Die oberen Galerien des Kursalons werden entfernt, die offenen Arkaden zum Tanzsaal in Fenster umgewandelt und die Eingangshalle mit zwei Turmgeschossen versehen. Gemeindeglieder spenden drei in Bochum gegossene Stahlglocken. Am 31. Oktober 1892 Weihe der Schlosskirche.

Die Orangerie

In der Orangerie des Putbusser Schlossparks wurden frostempfindliche exotische sowie Kübelpflanzen in den Wintermonaten und zur Akklimatisierung untergestellt. Auf dem Gelände der Orangerie befanden sich Gewächs-, Treib- und Weinhäuser der fürstlichen Parkgärtnerei.

1725 – 1730
Anlage eines Lustgartens im französischen Stil durch Graf Moritz Ulrich zu Putbus

1804 – 1805
Beginn der Umgestaltung des barocken Schlossgartens zu einem englischen Landschaftspark durch Fürst Wilhelm Malte I. zu Putbus (1783 – 1854) Abriss des Belvedere (Aussichtspavillon) und der alten Terrassenanlage eines Weinbergs am Südhang des Geländes.

1816 – 1818
Errichtung der Orangerie im Stil des Klassizismus

1853
Umbau der Orangerie durch den Berliner Architekten Friedrich August Stüler (1800 – 1865)

1866
Nach dem Schlossbrand (1865) wird die Skulptur des „Sterbenden Galliers“ aus dem Innenhof des ehemaligen fürstlichen Schlosses an der Parkfront des Gebäudes aufgestellt.

Das fürstliche Gärtnerhaus

Das Gärtnerhaus wurde als Bedienstetenwohnung im früheren Küchengarten des Putbusser Fürstenhauses errichtet und nach der späteren Bewohnerin, der Fürstin Löwenstein, auch „Villa Löwenstein“ genannt.

1809
Abriss der alten Krugwirtschaft an der Fahrstraße nach Stralsund.

1828 – 1829
Errichtung des klassizistischen Gärtnerhauses durch Fürst Wilhelm Malte I. zu Putbus nach Plänen des Berliner Architekten Johann Gottfried Steinmeyer

1866
Otto von Bismarck arbeitet hier als Gast der Putbusser Fürstenfamilie am Entwurf der Verfassung des Norddeutschen Bundes. Die so genannten „Putbusser Diktate“ entstehen.

ab 1870
Erweiterung des Putbusser Parks durch Fürst Wilhelm zu Putbus (1833-1907)

1954
Umgestaltung des Parkteils am ehemaligen Gärtnerhaus (Garten der Villa Löwenstein)als „Rosengarten“

1957
Eröffnung des „Rosencafés“ in Putbus.

Der Marstall

Der Marstall oder Reitstall diente der Unterbringung von Pferden, Geschirren und Kutschen der Fürstenfamilie zu Putbus und ihrer Gäste sowie der Unterkunft des Pferdepflegepersonals. Zum Umfeld des Marstalls im Putbusser Schlosspark gehörten auch die fürstliche Reitbahn und die alte Schmiede.

1817
Erste Aufführung von Schauspielstücken für Gäste des im Jahr zuvor gegründeten Badeortes in einer Remise des alten Reitstalls.

ab etwa 1823
Im Zuge der Gestaltung der Residenz und des Seebades Putbus lässt Fürst Wilhelm Malte I. zu Putbus den alten Pferdestall sowie nahezu alle Gebäude des am Schloss gelegenen Gutshofes Putbus abreißen.

um 1821-1824
Neubau des Marstalls im Stil des Klassizismus mit 16 Rundbogenfenstern und drei Rundbogenportalen vermutlich nach Plänen des Berliner Architekten Johann Gottfried Steinmeyer (1781 – 1850). Den östlichen Giebel des Gebäudes schmückt ein Tondo mit Pferderelief.

Das Fasanenhaus

Die Fasanerie im Putbusser Park wurde vermutlich auf Veranlassung der Fürstin Luise zu Putbus (1783 – 1860) zur Unterbringung von Gold- und Silberfasanen erbaut.

1825 – 1835
Am Ufer des Schwanenteiches steht ein einfacher Vorgängerbau des Vogelhauses nach einem Entwurf des fürstlichen Baumeisters Friedrich Wilhelm Steinbach.

1836 – 1837
Errichtung des zweistöckigen Fasanenhauses über achteckigem Grundriss nach Plänen des Berliner Architekten Johann Gottfried Steinmeyer (1780 -1851). Die Gebäudekanten der Fasanerie werden von gußeisernen Adlern bekrönt.

1840
Ein nachträglicher Entwurf Steinmeyers unter Hinzufügung eines mittleren hohen Taubenturms gelangt nicht zu Ausführung.

1910 bis ca. 1960
Nutzung des Gebäudes als Wohnungen

nach 1960
schrittweiser Verfall des klassizistischen Fasanenhauses bis zur Ruine.

Das Affenhaus

Auf Wunsch der Fürstin Luise zu Putbus (1783 – 1860) entstand das Affenhaus im Putbusser Schlosspark, das ebenso wie die Fasanerie der Unterbringung und Schaustellung fürstlicher Ziertiere diente. Bei guter Witterung konnten Parkbesucher die possierlichen Kleinaffen in einer hohen, runden Gittervoliere beobachten.

1848
Errichtung des klassizistischen Affenhauses mit rückwärtigem Anbau und zwei Seitenpavillons nach Plänen des Berliner Architekten Johann Gottfried Steinmeyer (1780 – 1851)

1854
Abbau der Voliere und Umgestaltung zu einem Parkhäuschen

bis 1945
Nutzung als Beamtenhaus mit Büro des Amtsbezirks Putbus-Grafschaft

nach 1945
Einrichtung zu Wohnungen

1994
Eröffnung des Puppen- und Spielzeugmuseums Putbus.

Schlossausstellung

Von Solveig Lindow, Christian Bruhn

Im April 2007 jährte sich der Beschluss zum Abriss des Schlosses von Putbus, dem größten Profanbau im vorpommerschen Raum, zum 50. Mal.

Mit einer Gedenkveranstaltung erinnerte der Verein an den verheerenden Beschluss des Kulturministeriums der DDR und dessen Auswirkungen.

Schlossausstellung in der „Alten Schmiede“ im Schlosspark Putbus

Mit der Ausstellung „Das verschwundene Schloss“, die nun jeweils von April bis Oktober in der „Alten Schmiede“ beim Marstall gezeigt wird, dokumentiert der Verein erstmals mit umfassenden Zeitzeugnissen die Abrissgeschichte und vermittelt das Anliegen des Fördervereins.

„Das verschwundene Schloss“

Seit dem 05. Mai 2007 präsentiert unser Verein in Kooperation mit der Museo Ausstellungs-Service GmbH täglich die Ausstellung „Das verschwundene Schloss“ in der Alten Schmiede im Schlosspark Putbus.

Diese Ausstellung haben wir zum Gedenken an den 50-jährigen Jahrestag zur Beschlussfassung zum Abriss des Schlosses zu Putbus entwickelt. Wir informieren unsere Gäste in Putbus erstmalig ausführlich über die Geschichte des Schlosses nach 1945 bis hin zur endgültigen Vernichtung.

Wir zeigen 12 Informationstafeln mit der geschichtlichen Darstellung sowie mit selten bzw. noch nie gezeigtem Fotomaterial zum Schlossabriss. Außerdem ist eine gesonderte Ausstellungstafel dem Gedenken an den Schlossabriss und den somit fehlendem Teil der Stadt gewidmet.

Besondere Attraktionen der Ausstellung sind ein original erhaltenes Kapitell, ein Balken und ein wunderschönes Mosaik von 4 Fußbodenfliesen. Die Schönheit des Schlosses, die Entwicklung des Verfalls, die Sprengungen bis hin zur aktuellen Situation des Schlossplatzes mit den Resten der Terrassenanlage sind in einer Fotogalerie dargestellt, die bei unseren Besuchern besonders beliebt ist. Eine Zusammenstellung von Dokumenten, Briefen, Protokollen und Pressenberichten vervollständigt unsere Ausstellung.

Wir fertigten für die Ausstellung Flyer und Plakate an, die wir regelmäßig inselweit verteilen. Somit besuchten ca. 2.500 Besucher die Ausstellung „Das verschwundene Schloss“.

Mit den Einnahmen ist es möglich, die kontinuierliche Betreuung und Erweiterung der Ausstellung kostendeckend zu betreiben.

Der Bürgermeister versicherte uns mündlich, dass die Stadt Putbus unserem Verein die Räumlichkeiten der Alten Schmiede in den nächsten 5 Jahren für die Ausstellung zur Verfügung stellt, der schriftliche Mietvertrag soll demnächst folgen.

Somit möchten wir jährlich von April bis Oktober die Pforten der Schmiede öffnen.

Wir konnten beobachten, dass die Ausstellung von vielen Touristen als auch von vielen Putbusern Bürgern besucht wird. Auch sind wir durch die zentrale Lage im Schlosspark ein attraktiver Standort für die Besucher für Informationen zum Schloss, Park und der Stadt geworden.

Unser Ziel für das nächste Jahr ist, eine Begleitbroschüre zur Ausstellung anbieten zu können sowie regelmäßig kleinere Veranstaltungen in der Schmiede durchzuführen.