Circus

Der Circus Putbus gilt als der letzte einheitlich ausgeführte Rondellplatz in Deutschland, den Fürst Wilhelm Malte I. zu Putbus im Zusammenhang mit der Gründung des Pädagogiums nach dem Vorbild des "Circus" im englischen Badeort Bath, röm. "Aquae Sulis", und französischer Anlagen ab 1828 anlegen und im Wesentlichen bis 1845 mit klassizistischen Häusern umbauen ließ. Das Eckgebäude Circus 1 wurde erst später errichtet. Bis 1843 durchzogen in der Mitte des Circus zwanglos Spazierwege einen von italienischen Pappeln umgrenzten Rasenplatz. Danach wurde eine strengere Anlage mit 8 sternenförmig verlaufenden Wegen zwischen keilförmigen Rasenkarrees durch den Fürstlichen Obergärtner Halliger geschaffen. 1845 ein 21 m hoher Obelisk in Erinnerung an die Ortsgründung errichtet. 1872 sind die infolge einer Sturmflut entwurzelten Pappeln durch Kugeleichen ersetzt worden. Nach dem 2. WK wurde der Circus in Thälmannplatz umbenannt. Heute trägt er wieder seinen alten Namen.

"Kronprinzenpalais"

Kronprinzenpalais  -Circus 1-
Circus 1

1859 erbaut von Maurermeister Kummer
Die Rügener Ritterschaft hatte die Absicht, das Grundstück dem Kronprinzen Friedrich Wilhelm von Preußen, dem späteren deutschen Kaiser Friedrich III., sowie dessen Frau Victoria von Sachsen-Coburg und Gotha für ihre Besuche in Putbus zu schenken. Das Eckgebäude mit den Zinnen im Tudorstil wurde vorrangig als Wohnhaus genutzt. Namhafter Bewohner war der Literaturhistoriker Prof. Alfred Biese (1855-1930).

Handwerker- und Bürgerwohnhaus

Handwerker- und Bürgerwohnhaus - Circus 2 -
Circus 2

um 1855 erbaut von Goldschmied Wienkoop
1906 kaufte Richard Decker das klassizistische Gebäude und verlegte die fürstliche Buchdruckerei aus der Alleestraße an den Circus. In Putbus wurde das „Rügensche Kreis- und Anzeigeblatt“, ab 1924 die „Rügensche Zeitung“, gedruckt. Den Anbau schmückt die Figur Johannes Gutenbergs nach einer Vorlage des dänischen Bildhauers Thorwaldsen (1770-1844).

Nebenalumnat des Königlichen Pädagogiums Putbus

Nebenalumnat des Königlichen Pädagogiums - Putbus Circus 8 -
Circus 8

1843 erbaut von Fürstin Luise zu Putbus
Das Haus wurde nach Entwürfen des Berliner Architekten Johann Gottfried Steinmeyer (1780-1851) erbaut und von einem Herrn von Lauterbach bewohnt. Später haben mehrfach königliche Herrschaften bei ihren Aufenthalten in Putbus darin logiert. 1869 kaufte es das Pädagogium und richtete hier ein Nebenalumnat ein.

Verwaltungsgebäude der Zuckerfabrik

Verwaltungsgebäude der Zuckerfabrik - Circus 9 -
Circus 9

1836 erbaut von Fürst Wilhelm Malte I. zu Putbus
Die ab 1836 errichtete Rübenzuckerfabrik ist Zeugnis der frühindustriellen Bestrebungen des Fürsten Wilhelm Malte I. zu Putbus (1783-1854) und seiner Bemühungen um die Förderung des einheimischen Gewerbes. Bis auf das Verwaltungsgebäude am Circus wurde die Fabrik 1846 abgebrochen. Namhafter Bewohner des Hauses war der Historiker Dr. Carl Gustav von Platen.

Hotel Bellevue

Hotel Bellevue  - Circus 13 -
Circus 13

1835-1836 erbaut von Gastwirt „Restaurateur“ Becker
Zunächst als zweigeschossiges Traufenhaus errichtet, wurde das ehemalige „Hotel Bellevue“ (auch „Hotel d’Arcona“) 1859 um ein drittes Geschoss erhöht. Das Hotel I. Ranges diente bis in die 20er Jahre des 20. Jh. der Unterbringung von Gästen. 1928 bezog die Druckerei der „Rügenschen Zeitung“ unter Leitung von Paul Cummerow das Gebäude.

Nebenalumnat des Königlichen Pädagogiums Putbus

Nebenalumnat des Königlichen Pädagogiums Putbus  -Circus 14-
Circus 14

um 1835 erbaut von Schiffer Wilcken
Das Gebäude wurde nach einem Entwurf des Berliner Architekten Johann Gottfried Steinmeyer mit Mäanderfries und Terrakottarosetten zwischen den Rundbogenblenden der Fenster errichtet. Bis zur Fertigstellung des Direktorhauses bewohnte der erste Schulleiter des Pädagogiums, Prof. Ferdinand Hasenbalg (1793-1852), die obere Etage. 1864 kaufte es Pädagogium und nutzte es zur Unterbringung, als Lehrerwohnung und Krankenhaus.

Königliches Pädagogium Putbus

Königliches Pädagogium Putbus - Circus 16 -
Circus 16

1833-1836 erbaut von Fürst Wilhelm Malte I. zu Putbus nach Plänen Johann Gottfried Steinmeyers
Fürst Malte I. zu Putbus stiftete das Pädagogium als höhere Schule mit Alumnat (Internat) für Söhne adeligen und bürgerlichen Standes und dem Ziel der Heranbildung für wissenschaftliche und praktische Berufe. Die Ausführung des Baus erfolgte durch den fürstlichen Baumeister Theodor Bamberg. 1835 übernahm der preußische König Friedrich Wilhelm III. das Patronat für die Lehranstalt. Gäste des Pädagogiums waren u.a. König Friedrich Wilhelm IV., Christian VIII. von Dänemark und Alexander von Humboldt. 1906-1908 wurde der heutige Südflügel (Gymnasialgebäude) errichtet.

Förderverein Residenzstadt Putbus & Schloßpark e.V.