Alleestraße

Alte Landstraße nach Stralsund, um 1735 mit Linden bepflanzt. Entlang der historischen Fahrstraße erfolgte die erste Bebauung des von Fürst Wilhelm Malte I. (1783-1854) gegründeten Ortes Putbus nach 1808 mit der Völschow' schen Brauerei, dem Haus des Maurermeisters Rentz und dem Gasthof zum Adler, ehemals Alleestraße 3.

Hotel du Nord

Hotel du Nord  - Alleestr. 1 -
Alleestr. 1

vor 1829 erbaut von Fürst Wilhelm Malte I. zu Putbus
Das Wohnhaus entstand im fürstlichen Auftrag für die Fräulein von Podewils. 1834 ließ man das Gebäude mit einem Flügel zum Circus versehen. Nach dem Aufbau eines zweiten Stockwerks ist es als Hotel du Nord genutzt worden. Hier übernachtete Otto von Bismarck während seines Aufenthaltes in Putbus vom 6. Oktober 1866 bis zu seinem Umzug in das fürstliche Gartenhaus. 1889 erwarb es das Königliche Pädagogium.

Haus des 2. Oberlehrers des Königlichen Pädagogiums Putbus

Haus des 2. Oberlehrers des Königlichen Pädagogiums Putbus  - Alleestr.2 -
Alleestr. 2

um 1819 erbaut von Baron von Boye
Das eingeschossige klassizistische Traufenhaus ließ Baron von Boye als Wohnhaus errichten. Haus und Grundstück wurden 1845 als Amtswohnung für den 2. Oberlehrer vom Königlichen Pädagogium Putbus angekauft. Später diente es als Internat.

Hotel Adler

Hotel Adler - Alleestr. 3 - Quelle: Stadtarchiv Putbus
Alleestr. 3 Quelle: Stadtarchiv Putbus

Hotel Adler, ehemals Gasthof zum Adler.
Zwischen 1809-1810 wurde auf Veranlassung des Fürsten Malte zu Putbus an der Fahrstraße nach Stralsund eine neue Krugwirtschaft errichtet. Später baute man das eingeschossige Gebäude mit einem nach der Straße ausgebildeten Obergeschoss und zwei frontispizartig vorgezogenen Achsen zum Gasthof, später „Hotel zum Adler“ aus.

Handwerkerhaus

Handwerkerhaus - Alleestr. 4 -
Alleestr. 4

vor 1819 erbaut von Schneidermeister Dietrich
Das eingeschossige klassizistische Mittelflurhaus wurde mit einer Tür versehen, die von zwei Putzpilastern gerahmt wird. Die Rückseite erhöhte man später um ein Geschoss. Die hier von Carl Behm, später Max Egner betriebene Kolonialwarenhandlung war eine der Verkaufsniederlassungen der bekannten Dresdener Schokoladefabrik Otto Rüger.

Kaufmannsgeschäft

Kaufmannsgeschäft - Alleestr. 5 -
Alleestr. 5

zwischen 1815 und 1819 erbaut von Kaufmann Block
Das eingeschossig errichtete Traufenhaus wurde als Kaufmannsgeschäft und Wohnhaus erbaut. Kaufmann Heinrich Albrecht ließ es mit einem zweiten Stockwerk versehen und führte hier ein großes Ausschnittwarengeschäft. Das Kaufhaus Albrecht war Mitglied der norddeutschen Einkaufsvereinigung von 87 Firmen.

Haus des fürstlichen Hofrats Engelbrecht

Haus des fürstlichen Hofrats Engelbrecht - Alleestr. 6 -
Alleestr. 6

zwischen 1815 und 1819 erbaut von Kaufmann Hasper aus Stralsund
Der erste Beamte der fürstlichen Kanzlei Engelbrecht wohnte hier bis 1838. Testamentarisch bestimmte er das Haus zur Unterbringung von acht Konventualinnen. Da dies jedoch unzweckmäßig erschien, wurde das Gebäude verkauft und in der Louisenstraße ein eigenes Engelbrecht’sches Stiftshaus erbaut.

Haus des fürstlichen „Tafeldeckers“ Fahrenholz

Alleestr. 7

zwischen 1815 und 1819 erbaut von dem Bediensteten Fahrenholz.
Das Gebäude wurde als zweigeschossiges massives Traufenhaus errichtet. Goldschmied Behm ergänzte einen größeren Anbau. 1905 richtete Goldschmiedemeister Carl Stabenow hier eine Filiale seiner Stralsunder Gold- und Silberwarenhandlung ein. Im Hintergebäude befand sich das Atelier des fürstlichen Hoffotografen Joseph van Aaken.

Handwerkerhaus

Alleestr. 8

um 1830 erbaut von Goldschmied Behm
Das klassizistische Gebäude mit Frontispiz und Ladeneinbauten entstand als Anbau der Alleestraße 7. In den 1930er Jahren wurde hier das Hut- und Putzmachergeschäft Jahn und und der Schuhladen Peters betrieben.

Haus des fürstlichen Sekretärs Pense

Alleestr. 9

zwischen 1815 und 1819 erbaut von Sekretär Pense
Das zweigeschossige massive Traufenhaus nutzten Putbusser Kaufmänner wie Ernst Gaede, der hier ein größeres Kohlen-, Eisen- und Bijouteriewarengeschäft betrieb. Um 1930 wurde es von Bernhard Roloff erworben, der es 1938 an seinen Sohn Friedrich Wilhelm Roloff vererbte. Nach der Rückübertragung 1989 wurde das Gebäude vollständig saniert und modernisiert.

Hotel Fürstenhof

Alleestr. 10

1817 erbaut von Karl Friedrich Graf von Hahn-Neuhaus
Graf Hahn, ein Göttinger Studienfreund des Fürsten Wilhelm Malte I. zu Putbus, ließ das Gebäude als „Gräflich Hahn’sches Hotel“ für Badegäste des Ortes Putbus errichten. Später übernahm der Fürst das Logierhaus und ließ es 1825 nach einem vereinfachten Entwurf des Berliner Architekten Johann Gottfried Steinmeyer vergrößern. Das Hotel an der Lindenallee beherbergte zahlreiche Rügenreisende wie den Schriftsteller Theodor Fontane.

Handwerkerhaus

Alleestr. 11

um 1819 erbaut von Maurermeister Päplow
Der Maurermeister Päplow errichtete das einstöckige massive Traufenhaus. Der risalitartig vorgezogene einachsige Frontispiz mit Treppengiebel und Rosetten sowie die erhöhte Mauerkrone sind wahrscheinlich später als Zierelemente hinzugefügt worden.

Haus des Badearztes

Alleestr. 12

nach 1819 erbaut von Fürst Wilhelm Malte I. zu Putbus
Das zweistöckige Gebäude ließ Fürst Wilhelm Malte I. zu Putbus als Wohnhaus für den fürstlichen Haus- und Badearzt Dr. G. Benedix und den Oberförster Genßen errichten. Bei Benedix, der ab 1836 die Funktion des Anstaltsarztes des Königlichen Pädagogiums ausübte, logierte der Wissenschaftler Alexander von Humboldt während seiner Aufhalte in Putbus.

„Bussertsches Badehaus“

Alleestr. 13

1814 erbaut von Maurermeister Päplow
Das erste Seewasser-Warmbad mit zwei aus Italien bezogenen Marmor- und zwei Fayencewannen entstand im Zusammenhang mit der Gründung des Badeortes Putbus auf dem Hof des Grundstücks und wurde bis zur Fertigstellung des Friedrich-Wilhelmsbades in der Goor bei Lauterbach 1818 betrieben. 1819-1836 waren hier die Volksschule und die Post des Ortes, später die Buchbinderei Bussert untergebracht.

„Palais Lottum“

Alleestr. 14

um 1815 erbaut von Fürst Wilhelm Malte I. zu Putbus
Die Baronin von Lauterbach erwarb das einstöckige Gebäude für fürstliche Bedienstete und ließ es herrschaftlich ausbauen. Hier haben der preußische Kronprinz Friedrich Wilhelm 1820 und 1825 sowie Prinz und Prinzess „Friedrich“ bei ihren Badeaufenthalten in Putbus gewohnt. Später wurde es als fürstliches Majorats-Witwenhaus genutzt und zwischen 1839 und 1843 von der Gräfin Lottum nach Plänen des Berliner Architekten Steinmeyer umgebaut.

Handwerkerhaus

Alleestr. 15

um 1815 erbaut von Tischlermeister Katter
Auf eigenen Wunsch durfte der Tischlermeister Katter ein zweigeschossiges Traufenhaus errichten, womit Fürst Wilhelm Malte I. zu Putbus eine ältere Anordnung über die architektonische Ausrichtung der Gebäude mit der Giebelseite zur Allee änderte.

Fürstliche Buchdruckerei

Alleestr. 16

vor 1815 erbaut von Bäckermeister Bahlke
Kaufmann Thürmann betrieb in dem Gebäude einen Handel mit Stoffen und Tüchern. Unter Druckereibesitzer Knaak wurde die zuvor an der Straße nach Darsband gelegene Druckerei an die Alleestraße verlegt. Hier erschien am 1. Januar 1862 die erste Ausgabe des „Rügenschen Kreis- und Anzeigeblattes“. Nachfolger August Dose erweiterte das Hintergebäude durch Maschinen- und Setzersäle.

Handwerkerhaus

Alleestr. 17

um 1820 erbaut von Sattler Schultz
Das klassizistische Giebelhaus wurde 1822 mit den Gebäuden Alleestraße 16 und 18 durch eine Blendfassade zum Front- bzw. Traufenhaus verbunden. Der Besitzer der Fürstlichen Buchdruckerei Knaak erwarb das Gebäude später zur Erweiterung seines Druckereigeschäfts.

Handwerkerhaus

Alleestr. 18

Erstes Wohnhaus des Ortes Putbus
1809 erbaut von Maurermeister Rentz
Maurermeister Rentz, der als erster „Anbauer“ von Putbus gilt, errichtete sein Wohnhaus nach den fürstlichen Bestimmungen als Giebelhaus. Vom Fürsten Wilhelm Malte I. zu Putbus wurde die Bautätigkeit durch Erbpacht des Grundstücks, die Schenkung von Bauholz sowie durch eine Geldprämie und ein Darlehen von 1000 Talern unterstützt.

"Völschow’sche Brauerei“

Alleestr. 19

1808-1810 erbaut von Maurermeister Rentz
Fürst Wilhelm Malte I. zu Putbus (1783-1854) ließ die alte Brauerei des Gutshofes Putbus aus der Nähe des Schlosses an die Fahrstraße nach Stralsund verlegen. Der Bau des von Brauer Völschow betriebenen Brau- und Brennhauses war Ausgangspunkt der späteren Ortsausdehnung in östlicher Richtung. Unter Brauereibesitzer Modrow wurde hier eine Dampfbrauerei eingerichtet, die bis 1935 produzierte.

Felsenkeller

Alleestr. 19a

1843 erbaut von der Brauerei Putbus
In dem in den Steinhang hineingehauenen „Felsenkeller“ wurden im Sommer Bier und Eis aufbewahrt und an die Gäste des hauseigenen Ausschanks der Putbusser Brauerei verkauft.

Fürstlicher Kursaal

Alleestr. 12 - Fürstlicher Kursaal -
Alleestr. 20

1908-09 erbaut
Der 1889 in Ersatz des Pavillons im Schlosspark aus Holz errichtete Kursaal wurde 1907 durch einen Brand vollständig zerstört. Ein Jahr später ließ die fürstliche Herrschaft einen massiven Neubau des historischen Ausflugs- und Kurlokals an selber Stelle errichten.

„Diabetikerheim“

Alleestr. 21

1914 erbaut vom Kreiskommunalverband Rügen
Das Haus wurde auf Beschluss des Rügener Kreistages als Kreissiechenheim bzw. Altenheim errichtet. Nachdem das Gebäude 1914 in Betrieb genommen war, diente es zwischenzeitlich als Lazarett und Kreispolizeiamt. 1958 gründete Dr. Katsch hier die erste Diabetiker-Sonderschule der Welt. Seit 2001 wird das Gebäude als Wohnhaus für mehrfachbehinderte Hörgeschädigte genutzt.

Förderverein Residenzstadt Putbus & Schloßpark e.V.